Ronja von Rönne – Wir kommen

Wir kommen…vielleicht…

Ronja von Rönne ist ja an sich schon ein interessantes Thema. Kann ein Mensch ein Thema sein? Ronja schon. Zumindest hat sie ihre Person, seit dem Artikel aus der Welt „Warum mich Feminismus anekelt!“, mehr oder weniger geschickt, zum Thema gemacht.

In letzter Zeit wurde es allerdings wieder ruhig um sie. Das finde ich persönlich recht schade, denn Ronja ist eine interessante Person. Sie verkörpert für mich diese „ich kann jeden tag die selbe Frisur tragen und den ewig gleichen Gesichtsausdruck auf jedem Foto auf Instagram haben und trotzdem sehr tiefgründig sein“ Attitüde. Diese „ich sage einfach ungefiltert was ich denke“ Einstellung. Diese „Ach egal“ Lebensweise. Naja Yolo…

Auf die Frau von Rönne bin ich zum ersten mal durch das Jetzt Magazin der SZ aufmerksam geworden. Dort wurde sie zusammen mit den Orsons per Whatsapp interviewt. Sie war witzig und geistreich. Das mag ich an Frauen!

Aber genug von Rönne und mehr zum Buch. Das Buch „Wir kommen“ erschien am 04. März 2016. Es ist also quasi noch warm aus der Druckerei zu mir nach Hause gekommen.

Der erste Satz: „Maja ist nicht tot. Wenn sie gestorben wäre, hätte sie mir Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“ Brachte mich zum schmunzeln und ich vergaß die vernichtende Kritik der SZ über das Buch. Die Protagonistin, Nora, verliert ihre beste Freundin, und das zerbricht ihre Welt nun vollends. Maja ist gestorben; einfach so. Als ob Nora nicht schon genug um die Ohren hätte. Der Therapeut rät, ihre Erfahrungen in einem Tagebuch festzuhalten. Eben diese Einträge dürfen wir nun lesen.

Es ist, meiner Meinung nach, ein interessanter Einblick in die Gedankenwelt einer depressiven Persönlichkeit und regte mich sehr zum Nachdenken an. Ich finde den Schreibstil gut, es liest sich flüssig und ist etwas ganz anderes als alles, was ich bisher gelesen habe. Den schlechten Rezensionen von Amazon kann ich mich daher nicht anschließen! Ich finde es einen gelungen Debütroman von einer 23 Jährigen, streitbaren Person. Ronja von Rönne mag heute vielleicht noch nicht die Wichtigkeit des Feminismus erfasst haben, ich bin mir jedoch sicher, dass sich das mit wachsender Lebenserfahrung ändern wird.

Wer also offen ist, für eine neue Art von Roman und auch offen für die neue Generation und deren Blickwinkel, sollte dieses Buch doch mal in die Hand nehmen. Auch Literatur ist eine Form der Kunst und Kunst soll eben auch anecken, anders sein, zum Nachdenken anregen, neue Blickwinkel öffnen und uns vor allem berühren. Egal auf welcher Ebene.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das, was noch so kommen wird von Leuten wie Ronja von Rönne und Co. Wer jetzt immer noch nicht weiß, was er von „von Rönne“ halten soll, sollte auf Ronja’s Blog „Sudelheft“ vorbeiklicken und sich selbst ein Bild machen.

An Ronja: Ich finde dich cool und bewundere deine Arbeit. Wir mögen nicht der selben Meinung über Feminismus sein, aber ich sehe in dir eine wirklich talentierte junge Autorin und Bloggerin. Du bist eine von denen, die es aufgrund ihres Talents zum Geschriebenen nach vorne schafft und nicht weil du viel nackte Haut zeigst oder eben genau das sagst was jeder hören will. #versteckterFeminismus

😉

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